Interessierte für Feuchtwiesenmahd gesucht

Die Naturparkverwaltung sucht Tierhalter oder andere Personen, die sich für die Mahd von artenreichem Grünland ohne Einsatz von Düngemitteln und Pesiziden interessieren. Es können noch geeignete Feuchtwiesen im Naturpark Hoher Fläming zur Mähnutzung vermittelt werden.

Hintergrund: Die Feuchtwiesen der Bachtäler im Hohen Fläming wurden über Jahrhunderte als Streuwiesen genutzt. Die vielen Kräuter machen das Heu gerade bei Pferdezüchtern sehr beliebt. Die Wiesen wurden füher ein- bis zweimal im Jahr von Hand gemäht. Die Abfuhr von den feuchten bis nassen Wiesen war schon immer besonders schwer, da auch Pferde im weichen Torfboden versinken konnten. Diese Feuchtwiesen sind kaum gedüngt worden, so dass sich hier eine außergewöhnlich hohe Artenvielfalt erhalten konnte. Hier blühen noch seltene Orchideenarten, wie das Gefleckte Knabenkraut. Aber auch gelb blühende Hahnenfußarten, rosa Kuckucks-Lichtnelken, violette Kohldieseln und cremefarbendes Mädesüß machen diese Wiesen im Frühsommer zu landschaftlichen Schönheiten. Die floristische Artenvielfalt auf Feuchtwiesen ist fünf- bis zehnmal höher als auf intensiv bewirtschaftem Grünland. Von dieser Blütenpracht können sich zudem hunderte Intesektenarten, wie Klein- und Großschmetterlingsarten ernähren. Mit der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft ab den 1960er Jahren fiele viele Feuchtwiesen brach, das Schilf und Erlen eroberten die Flächen. Durch eine moderne Landwirtschaft sind diese Wiesen kaum zu bewirtschaften, da sie oft recht kleinteilig und mit der schweren Landtechnik schlecht zu befahren sind. Wegen des hohen Anteils an Sauergräsern (Seggen und Binsen) ist das Mähgut für Hochleistungs-Milchvieh ungeeignet. Heute werden die letzten Relikte der ehemals weit verbreitenten artenreichen Feuchtwiesen im Auftrag der Naturparkverwaltung gepflegt. Eine traditionelle Nutzung wird derzeit nur noch in den Burgwiesen in Bad Belzig durch einen Landwirt abgesichert. Im Naturschutzgebiet Planetal werden die wertvollsten Orchideenwiesen durch den Naturschutzbund in Handmahd gepflegt. Auf den größten Feuchtwiesen kommt eine speziell umgebaute Pistenraupe mit Mahwerk und Laderaum zum Einsatz, die aufgrund ihres recht geringen Bodendrucks auch auf besonders nassen Wiesen unproblematisch fahren kann.

Tierhalter oder andere Personen, die sich für die Mahd von artenreichem Grünland ohne Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden interessieren, können Kontakt mit der Naturparkverwaltung aufzunehmen.