Weltwassertag: Flämingbäche sind Gewässertyp des Jahres !

 

Jährlich am 22. März wird der von den Vereinten Nationen ausgerufene Weltwassertag begangen. In diesem Jahr ist es der „Sandige Tieflandbach“. Im Naturpark Hoher Fläming sind die meisten Bäche diesem Gewässertyp zuzuordnen.

Wie die Bezeichnung „Sandiger Tieflandbach“ schon vermuten lässt, sind damit kleine Fließgewässer gemeint, deren Sohle überwiegend aus Sand besteht, mit kleinen Anteilen von Kies oder organischem Material.

In Brandenburg ist etwa ein Zehntel aller Fließgewässer vollständig oder abschnittsweise diesem Gewässertyp zugeordnet. Das Profil dieser Bäche ist natürlicherweise flach. In der Regel sind Mäander mit steilen Prallhängen und flachen Gleithängen ausgebildet. Im Gewässerumfeld kommt es nicht selten zu Niedermoorbildungen. Typisch ist der Wechsel zwischen längeren, ruhigen Abschnitten und kurzen Bereichen mit schnellerer Strömung. Totholz, Baumwurzeln und Wasserpflanzen gehören zum typischen Erscheinungsbild und bremsen den Abfluss und den Sedimenttransport.

Der "Sandige Tieflandbach" ist Lebensraum vieler wirbelloser Tierarten, die auf Totholz oder im lockeren Sand leben können und sich zum Beispiel von Falllaub ernähren. Dazu zählen etwa Larven von Steinfliegen- und Köcherfliegenarten sowie kleine Krebstiere. Zu den natürlich vorkommenden Fischen gehören Bachforelle, Schmerle und Groppe sowie die Elritze. Gemäß Europäischer Wasserrahmenlinie werden das Artenspektrum und die Verbreitung dieser Arten regelmäßig untersucht. Die Ergebnisse beschreiben dann den ökologischen Zustand der Gewässer. Wo sich Gewässer noch nicht im geforderten guten Zustand befinden, sind weitere Sanierungs- und Gewässer-schutzmaßnahmen notwendig, darunter auch an etlichen sandigen Tieflandbächen.

Beispielgewässer dieses Gewässertyps sind im Naturpark Hoher Fläming der Oberlauf der Buckau und die Plane, zwei Nebenflüsse der Havel, sowie die Obere Dönnnitz, die der Stepenitz zufließt, und die Lutzke im Landkreis Spree-Neiße. Brandenburgs Umweltministerium stellt jedes Jahr mehrere Millionen Euro bereit, um die Durchgängigkeit der Gewässer wieder herzustellen, ihre Sohl-, Ufer- und Auen-Strukturen naturnäher zu gestalten und unerwünschte Stoffeinträge zu vermindern. So sind allein für das Jahr 2018 strukturverbessernde Maßnahmen im Umfang von 12 Millionen Euro geplant. Langfristiges Ziel ist es, Flüsse und Seen, darunter auch die sandigen Tieflandbäche, wieder als intakte multifunktionale Ökosysteme aufzubauen. Ihre dann vielfältig nutzbaren Ökosystemleistungen wie natürlicher Hochwasserschutz, Filter für Nähr- und Schadstoffe sowie Raum für Naherholung und Sport werden dem Anliegen des Weltwassertags gerecht und kommen allen zugute.

Weitere Informationen zu den Flämingbächen

 

 

Gebiet

  • Naturpark Hoher Fläming

Meldung vom 21.03.2018