Lebensräume

Buchenwälder im Hohen Fläming

FFH-Gebiet Mittelbruch mit Korallenpilz (Foto: Steffen Bohl)

Mindestens 550 mm Niederschlag pro Jahr und eine ausreichende Bodenfruchtbarkeit benötigt die Rotbuche, um natürliche Buchenwälder auszubilden. Diese Kombination - ausreichende Nährstoff- und Wasserversorgung - gibt es in Brandenburg großflächig erst wieder nördlich von Berlin. Südlich davon klafft eine große Lücke. An den Höhen des Fläming bleiben jedoch die Wolken hängen und regnen sich dabei häufig ab. Aufgrund des Klimas können Buchenwälder hier wieder die natürliche Vegetation bilden. Die reich strukturierten Buchenwälder bieten günstige Lebensbedingungen für viele Tierarten, vor allem dann, wenn die forstliche Bewirtschaftung die Entwicklung von Alt- und Totholz zulässt. Werden Buchenwälder naturnah bewirtschaftet, so dass Bäume unterschiedlichen Alters nebeneinander wachsen und Licht bis zum Boden vordringen kann, kommt es zur Entwicklung einer reichen Fauna von Schmetterlingen und anderen Insekten, Spinnen und Schnecken, während in eher geschlossenen Buchenbeständen vor allem die Frühjahrsblüher für faszinierende Blütenteppiche sorgen. Artenreiche Buchenwälder bietet der Naturpark vor allem um die Springer Rummel südlich von Wiesenburg oder an den Hängen um Dippmannsdorf.

Feuchtwälder im Hohen Fläming

sehr artenreicher Erlen-Eschenwald an der Plane (Foto: Steffen Bohl)

Entlang der Bachtäler und in quelligen Bereichen sind heute noch die artenreichsten Wälder des Flämings zu finden. An den Bächen sind es Schwarzerlen-Eschen-Wälder. Aufgrund sehr guter Wasserversorgung ist eine sehr reiche Krautschicht aus Seggengräsern, Binsen, Torfmoosen und zahlreichen krautigen Pflanzen, wie Sumpfdotterblumen, Sumpf-Schwertlinien oder Bitterem Schaumkraut ausgeprägt. Neben ihrer überragenden Artenvielfalt erfüllen sie an den Bächen oft noch eine andere sehr wichtige Aufgabe: Das Kronendach der Erlen beschattet die Bäche, so dass diese auch im Hochsommer schön kühl bleiben. Das ist nötig, wenn Bachforellen und Wandererfüße sich wohlfühlen sollen. 

Da neben Schwarzerlen hier auch Zitterpappeln und Weiden wachsen, fühlt sich seit einigen Jahren der Elbe-Biber hier wieder wohl. Er frisst im Sommer die krautigen Pflanzen, im Herbst und Winter ist er auf Rinde der Weichholzbäume angewiesen.

Die größte botanische Rarität des Flämings findet sich in Moorbirkenwäldern, die an Hangmooren auf eine sehr geringe Nährstoffversorgung spezialisiert sind. Hier wachsen neben Torfmoosen der seltene Rundblättige Sonnentau, der sich aus der Luft ernährt. Mit winzigen Klebetröpfchen fängt er Insekten. - Deshalb wird sie auch als fleischfressende Pflanze bezeichnet... 

Die größte Ausdehung hatten Feuchtwälder bis vor ca. 200 Jahren im Gebiet der heutigen Belziger Landschaftswiesen. Diese sind vollständig gerodet worden.

Quellen

Quellaustriite im Dippmannsdorfer Paradies (Foto: Steffen Bohl)
Artesischer Brunnen bei Klein Briesen (Foto: Steffen Bohl)

Der Hohe Fläming wartet mit einer Vielzahl kleiner und größerer Quellen auf. Meist tritt das Grundwasser flächig, an mehreren Punkten gleichzeitig aus dem Erdboden hervor. So entstehen die im Naturpark häufigen Quellsümpfe. Eine Hauptquelle ist meist nicht zu sehen, vielmehr sickern viele kleine Rinnsale aus dem Boden, die sich oft erst in einiger Entfernung zu einem Bachlauf vereinigen. Quellsümpfe erinnern auf den ersten Blick an “normale” Feuchtwiesen oder Bruchwaldgebiete. Zwei Merkmale verraten sie jedoch: Quellgebiete frieren fast nie zu und selbst im Winter findet man in ihnen noch frische, grüne Vegetation. Ursache für diese Besonderheit ist eine das ganze Jahr relativ gleichbleibende Wassertemperatur von 4 bis 13° C.   Quellwasser ist nicht nur kühl, sondern auch sauerstoff- und nährstoffarm, dafür häufig reich an Kohlensäure und Kalk. Gelöstes Eisen färbt das Wasser rot, wie z.B. an Quellen bei Klein Briesen. Typische Quellbewohner sind die Zweigestreifte Quelljungfer, Bitteres Schaumkraut oder das Quellmoos. 

Quellteiche  

Der Gesundbrunnen ist die schüttungsreichste Quelle Ostdeutschlands. Ihrem Wasser sagt man heilende Kräfte nach. Der Überlieferung nach entstand der Gesundbrunnen nach einem starken Gewitter, als eine mächtige Hügelkuppe einstürzte und weggespült wurde. An die Stelle des Hügels trat das heutige Quellgebiet. Das sumpfige Gelände ist für Wanderungen ungeeignet. Sehr gut erschlossen ist dagegen das vergleichbare Quellgebiet Paradies bei Dippmannsdorf, eine besonders “ergiebige” Gegend mit Dutzenden von Quellen.    

Artesische Brunnen  

Steht Quellwasser unter Druck, kann es wie bei einem Springbrunnen als Fontäne aus dem Boden schießen. Ein solcher natürlicher Brunnen ziert den Ort Klein Briesen, allerdings reicht der Druck nur für eine Mini-Fontäne, die seitlich aus der Feldsteineinfassung des Brunnens tritt. Der Burgenwanderweg fürht direkt daran vorbei. Auch am Strebenbach bei Steinberg herrschen artesische Verhältnisse.    

Hangquellen  

Auch Hangquellen sind im Fläming häufig. Enden wasserführende Schichten an Hangkanten, tritt das Wasser am Hangfuß als Quelle aus. Oft sind diese Quellen wie Perlen an einer Schnur aufgereiht. An den Rändern einiger Rummeln treten sie ebenso auf, wie am Ufer der Plane bei Raben. Dort sind sie vom Wanderweg aus gut zu sehen.

Die Flämingbäche

Das Gewässernetz

Nach natürlichen Seen sucht man im Fläming vergebens. Lediglich ein lockeres Netz kleiner Bäche, Flämingbäche genannt, ziert den Naturpark. Diese Bäche haben es jedoch in sich. An ihren häufig kilometerlangen naturnahen Läufen tummeln sich noch Tier- und Pflanzenarten, die in Brandenburg bereits auf die Rote Liste der besonders gefährdeten und schützenswerten Arten gesetzt werden mussten. Außer in der Prignitz sind nirgendwo in Brandenburg die Bäche so sauber und klar. Eine Vielzahl von Quellen speisen die kleinen Flämingfließe.  

Nur im Nordosten des Naturparks findet sich ein dichtes Gewässernetz: Die Plane und ihre kleinen Nebengewässer durchfließen hier die Belziger Landschaftswiesen. Ins Auge fallen besonders die schnurgeraden und regelmäßig angeordneten Gräben, die zur Entwässerung dieser feuchten Niederung angelegt wurden.  

Die “großen Drei” des Naturparks Buckau, Verlorenwasserbach und Plane, suchen sich hingegen noch mit vielen Windungen und Kurven ihren Lauf durch den Hohen Fläming. 

Die Flämingbäche

Einige Flämingbäche gehören zu den ökologisch wertvollsten Bächen Brandenburgs. Kilometerlange naturnahe Abschnitte und weithin intakte Oberläufe sind hier keine Seltenheit. Zusätzlich zeichnen sie sich durch eine hohe Gewässergüte aus. Von den insgesamt 7 Gewässern, die in Brandenburg die Schutzwertstufe 1 erreichen, liegen zwei im Naturpark Hoher Fläming, die Plane und der Verlorenwasserbach.

Artenvielfalt in den Flämingfließen

In den Flämingbächen kommen noch viele Rote-Liste-Arten vor. Bachforelle und Bachneunauge sind allgemein verbreitet. In den Unterläufen von Plane und Buckau kommt noch die Schmerle vor und auch der vom Aussterben bedrohte Edelkrebs hat im Fläming letzte Rückzugsbiotope behalten.   Im Hohen Fläming geraten die Bäche auf stärkerem Gefälle in munteres Plätschern. Selbst im Sommer ist ihr Wasser so kühl, dass einige Bäche in ihrem Oberlauf eher Mittelgebirgscharakter haben. Dass das keine Übertreibung ist, beweist das Vorkommen von Arten, die im Flachland ansonsten nicht vorkommen. Die Gebirgsstelze sind die Alpenplanarie (ein Plattwurm) sind typische Gebirgsarten.

Die Belziger Landschaftswiesen

 Großtrappenhahn (Otis tarda) in der Balz | Foto: Dietmar Nill

Zwischen Brück und Golzow liegen die Belziger Landschaftswiesen, eine 76 km² große feuchte Niederung, die Teil des mächtigen Baruther Urstromtals ist.  Bis 1790 war dieses Gebiet in der Nordostecke des Naturparks noch fast flächendeckend mit Bruchwäldern aus Erlen, Eschen, Eichen und Hainbuchen bestanden. Nachdem die dichten Sumpfwälder gerodet waren, wandelte man das ehemalige Niedermoor in Grünland um. Die Niederung wurde durch die Anlage eines dichten Netzes kleiner, flacher Gräben entwässert. Die dadurch neu entstandenen zahlreichen Wiesen, Weiden und Gräben entwickelten sich zu einem Rast- und Brutgebiet für eine Vielzahl von Wat- und Wiesenvögeln. Auf dem sumpfigen Boden wurden bis heute keine Siedlungen gegründet.   Die weite, baumlose Landschaft zog selbst Steppentiere als Kulturfolger an, wie die Großtrappe, den schwersten flugfähigen Vogel Europas. Die Art wanderte um 1800 aus den Steppen Osteuropas in den Fläming ein. Die Trappen, wie auch die anderen Brutvogelarten  profitierten nicht nur von der nun waldfreien Landschaft, sondern auch von der damals üblichen Dreifelderwirtschaft. Bei dieser Form der Landwirtschaft ließ man nach 2 Jahren Nutzung das Land im dritten Jahr brach liegen. Ideale Brut- und Futterplätze für viele Tiere.   Durch die Intensivierung der Landwirtschaft trübte ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Immer stärkere Grundwasserabsenkung, Kunstdünger, Pflanzenschutzmittel und die Verwendung schwerer Maschinen vertrieben Brachvogel, Bekassine, Steinkauz oder Großtrappe bis auf kleine Restbestände. Seit Ende der 80er Jahre besinnt man sich in den Belziger Landschaftswiesen wieder auf naturschonendere Wirtschaftsweisen und eine strukturreichere Agrarlandschaft.   Heute sind die Belziger Landschaftswiesen als Naturschutzgebiet  ausgewiesen.   Die Belziger Landschaftswiesen sind weiterhin Teil des gemeldeten EU-Vogelschutzgebietes (SPA) "Unteres Rhinluch/Dreetzer See, Havelländisches Luch und Belziger Landschaftswiesen". Insgesamt wurden 170 Vogelarten in den Landschaftswiesen nachgewiesen. 110 davon brüteten im Gebiet. Der Nachweis von 30 Rote Listearten verdeutlicht nachdrücklich die Bedeutung des Gebietes für den europäischen Vogelschutz. Die Niederung ist als Durchzugs-, Rast- und Überwinterungs­gebiet für im Gebiet regelmäßig auftretende Zugvogelarten wie Rohrdommel (Botaurus stellaris), Entenarten wie zum Beispiel Spießente (Anas acuta), Löffelente (Anas clypeata), Krickente (Anas crecca), Pfeifente (Anas penelope) und Knäkente (Anas querquedula), nordische Gänse wie zum Beispiel Bläss­gans (Anser albifrons) und Saatgans (Anser fabalis), Singschwan (Cygnus cygnus), Fischadler (Pandion haliaetus), Kranich (Grus grus), Limikolen wie zum Beispiel Doppelschnepfe (Gallinago media), Uferschnepfe (Limosa limosa) und Kampfläufer (Philomachus pugnax) bedeutsam.

Die Talsysteme der Rummeln

Neuendorf Rummel (Relief) | Kartengrundlage: © GeoBasis-DE/LGB/BKG

Die Eiszeit hinterließ im Naturpark eine weitere flämingtypische Besonderheit: ein stark verzweigtes System enger Trockentälchen - die Rummeln. Nannte man sie im Magdeburger Raum „Ramel“ oder in Mecklenburg „Rämel“, so bedeuten sie doch bei allen soviel wie Rinne oder Furche.

Sie entstanden durch Schmelzwässer der Gletscher während der Weichseleiszeit. Auch nach Abholzungen im Mittelalter vertieften sie sich durch Erosionsbewegungen oder es entstanden neue Tälchen, die 6 bis 12 m tief sein können. Heute führen sie nur noch bei starkem Regen und Schneeschmelze Wasser und strecken sich wie  grüne Finger als größtenteils dicht bewaldete Rummeln weit in die Agrarlandschaft hinein. 

Durch einige kann man hindurch wandern. Die Tälchen verschlucken ihre Besucher und entführen sie in ihre eigene kleine „Rummelwelt“.  

Die Brautrummel bei Grubo ist mit einem Wanderparkplatz ausgestattet. Durch sie verläuft der Rundwanderweg 30 und der Europäische Fernwanderweg E11. Wie die Sage berichtet, ertrank dort ein junges Paar nach einem Gewitterregen. Auch heute noch, zuletzt im Jahr 2013, lösen hier Unwetter Erdrutsche und Gerölltransporte aus, werden Bäume entwurzelt und durchspülen Wassermassen in kurzer Zeit die Brautrummel.  

So wandelbar wie die Brautrummel, so stetig bleibt das Bild einer anderen, üppig bewachsenen, steilwandigen Rummel, der Neuendorfer Rummel bei Garrey, die über den Burgenwanderweg oder Rundwanderweg 40 erlebbar ist und zu den schönsten der Flämingrummeln zählt.    

Hecken und Feldgehölze

Weite Gebiete des Naturparks sind landwirtschaftlich genutzt. Durch die Zusammenlegung von Ackerschlägen verschwanden vielerorts Hecken und kleine Feldgehölze entlang von Ackergrenzen und Wegen. Manches Getreidefeld reicht deshalb fast bis zum Horizont.   Hecken sind jedoch wichtige Landschaftselemente. Weil sie die Lebensräume miteinander vernetzen und eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten in ihnen leben, werden sie auch als „Rückgrat der Landschaft“ bezeichnet. In der ansonsten gleichförmigen Ackerlandschaft werden sie als Nahrungs-, Brut-, Jagd-, Schlaf- und Überwinterungsrevier oder als Singwarte genutzt. Gleichzeitig sind sie ein natürlicher Windfang und schützen den Acker so vor Bodenerosion.  

In den 90er Jahre gab es vielfältige Bemühungen von Agrargenossenschaften und Dörfern, ihre Feldflur mit Gehölzen wieder aufzuwerten. Vorbildlich sind die Heckensysteme um Schmerwitz und Benken. Jede Hecke besteht hier aus fünf Reihen flämingtypischer Gehölze, wie Schlehe, Weißdorn, Hundsrose, Kreuzdorn oder Pfaffenhütchen. Feldholzinseln wurden ebenfalls neu gepflanzt. Auch in der großflächigen Agrarlandschaft um Reppinichen wurden über ein Förderprojekt Hecken an alten Ortsverbindungswegen gepflanzt.

Handlungsleitfaden zu Gehölzpflegemaßnahmen

Der Handlungsleitfaden basiert auf dem durch den damaligen Landschaftspflegeverband Hoher Fläming /Baruther Urstromtal e.V. veranlassten Projekt „Modellhafte Pflege von Gehölzbeständen (Hecken, Gehölzreihen) als beispielgebende Maßnahme für einen nachhaltigen Schutz und Erhalt der geschützten Landschaftselemente im Fläming“ (Durchführung 2012 bis 2014).

Die Planung und Umsetzung wurden durch Fördermittel über die ILE-Richtlinie Teil II F „Maßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung des natürlichen Erbes“ gefördert. Die Ergebnisse beruhen des Weiteren auf Abstimmungenmit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Potsdam-Mittelmark.

Mit der erstellten Zusammenfassung sollen Wege, Handlungsschritte und Möglichkeiten für Gehölzpflegemaßnahmenan bestehenden linearen Gehölzen im Hohen Fläming aufgezeigt werden.

zum Handlungsleitfaden (1,3 MB)

 

 

Heidegebiete

Versteckt inmitten dichter Wälder stößt man bei Werbig und Hohenlobbese auf einen Landschaftstyp, den man hier eigentlich nicht vermutet: Die Heide. Sie entstand durch menschliche Übernutzung der Wälder. Trockenheit, sandigen Boden und spärliche Vegetation liebende Seltenheiten wie Ziegenmelker, Heidelerche, Wiedehopf oder die Purpurrote Königskerze haben hier ihren Lebensraum.   Erst im Zuge intensiver Aufforstungen ab 1750 wurden viele Heiden wieder zu Wäldern. Auf einigen Truppenübungsplätzen konnten sie sich jedoch erhalten. Panzerbewegungen und die bei Schießübungen regelmäßig auftretenden Brände verhindern auf dem kargen Sandboden die Bewaldung. Stattdessen entwickeln sich Zwergstrauchheiden, Sandtrockenrasen und bunte Besenginsterheiden. Andernorts längst ausgestorbene Arten finden hier optimale Lebensbedingungen.  

Werbiger Heide

Während die Hohenlobbeser Heide weiter militärisch genutzt wird, endete 1990 der Betrieb bei Werbig. Ohne den Militärbetrieb würde aus der Heide schnell wieder ein Wald. Jetzt versucht man z.B. durch Mahd die Heide und damit auch die seltenen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. 1999 wurde die Werbiger Heide zum Naturschutzgebiet erklärt.  

Truppenübungsplatz Altengrabow

Das Dorf Gloine mit drei Gütern und 2 Vorwerken musste dem militärischen Betrieb weichen. Seit 1895 wird das Gebiet militärisch genutzt.  

Das Soll - Kleingewässer im Naturpark

Seen haben erdgeschichtlich gesehen eine kurze Lebensdauer. Nach einigen tausend Jahren sind sie verlandet. In Brandenburg entstanden sie meist als Hinterlassenschaften der Gletscher. Da die Landschaft des Hohen Fläming im Vergleich zum nördlichen Brandenburg älter ist, fehlen ihm natürliche Seen.   Lediglich kleine Tümpel - Sölle genannt - liegen verstreut in Wäldern und Feldern. Die Sölle des Hohen Flämings sind Pseudosölle, d.h. sie sind nicht eiszeitlichen Ursprungs. Sie entstanden erst vor ca. 700-800 Jahren im Zuge der Waldrodungen. Ohne den wasserspeichernden Wald konnte sich der Niederschlag in durch Ton oder Lehm abgedichteten Geländemulden sammeln. Ton und Lehm wurden häufig von umliegenden Äckern in diese Senken gespült. Die so entstandenen Tümpel mussten umfahren bzw. umpflügt werden.   Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich so oft relativ steile Böschungen. Sölle, Pseudosölle und selbst ehemalige Schafwäschen zählen oft zu den wertvollsten Lebensräumen in der ausgeräumten Agrarlandschaft. Sie dienen wenig mobilen Arten, wie Fröschen und Kröten als Trittsteinbiotope, d.h. die Tiere nutzen sie bei ihren Wanderungen als Nahrungs-, Brut- oder Rastgebiet.   Wichtig ist bei Feldsöllen die Pufferzone. Sie schirmt das Soll vor der Ackerfläche ab, kann aber als Grünland genutzt werden.

Der Naturparkverein Hoher Fläming e.V. hat in den vergangenen Jahren einige Kleingewässer im Amt Niemegk renaturieren können.

Lesesteinhaufen

Lesesteinhaufen am Wanderweg 31 bei Bergholz (Foto: Anke Braune)

Die Gletscher der letzten Eiszeit brachten als Mitbringsel nicht nur Eis, sondern auch Steine mit. Von kieselsteingroß bis haushoch reichen ihre Abmessungen. In dieser Hinsicht gilt der Fläming als steinreich. Beim Ackerbau störten die vielen Steine. Mühsam mussten die Findlinge von Hand deshalb vom Feld aufgelesen werden. Am Ackerrand wurden sie zu Haufen aufgeschichtet, den Lesesteinhaufen. Diese sind wertvolle Lebensräume, denn sie dienen vielen Tierarten als Unterschlupf, Brutplatz oder Überwinterungsquartier.  

Bei Sonne nutzen Sonnenanbeter wie Eidechsen und Schlangen die aufgeheizten Steine gern als Wärmeplatte. Nicht selten sind Lesesteine entlang von Wegen als Steinwälle aufgeschichtet. Mit der Zeit keimen zwischen den Steinen Gehölze, die sich zu Hecken weiter entwickeln. Lesesteinhaufen stehen in Brandenburg unter Naturschutz und dürfen nicht abgesammelt werden.