Es hat gebrannt in der Werbiger Heide - mit Absicht !

Am 16. Februar wurde die überalterte Heide im Naturschutzgebiet „Werbiger Heide“ im Naturpark Hoher Fläming durch Flämmen gepflegt. Die überalterte Heide soll so verjüngt und revitalisiert werden - für eine üppige Blüte in den kommenden Jahren!

Hier ein Video als kurzer Eindruck vom Flämmen: zum youtube-Video

Erstmals in zwei Wintern war die Wetterprognose dafür ideal. Beim Flämmen geht das kontrolliert von Fachleuten einer beauftragten Firma gelegte Feuer langsam über die Heide hinweg, ohne dass jedoch die Hitze tiefer als ein bis zwei Zentimeter in den Boden eindringt. So bleiben im Boden überwinternde Insekten und Reptilien geschützt und können sich im Frühjahr auf einen verbesserten Lebensraum freuen. Durch das Feuer bekommen die Heidekrautsamen wieder Platz und Licht. In kurzer Zeit ist die Heide regeneriert.

Heidegebiete sind wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl von spezialisierten Tier- und Pflanzenarten. Nicht wenige wurden daher zu Naturschutzgebieten erklärt. Die Heiden entstanden meist auf mageren Standorten durch landwirtschaftliche Nutzung. Überwiegend wurden sie von Schafen und Ziegen beweidet. Insbesondere in Ostdeutschland entstanden viele Heidegebiete auch auf vom Militär genutzten Truppenübungsplätzen. Fraß, Befahren und Brand hielten die Heiden offen und waren so ein Garant für ihr Fortbestehen. Werden diese Nutzungen jedoch aufgegeben, entsteht innerhalb von wenigen Jahrzehnten Wald. Damit geht eine Kulturlandschaft verloren, die insbesondere zur Zeit der Heideblüte ein Anziehungspunkt ist. Auch die Sträucher des Heidekrauts (Calluna vulgaris), auch Besenheide oder Erika genannt, überaltern durch zunehmende Verholzung. Sie blühen dann kaum mehr und bedürfen deshalb einer regelmäßigen Verjüngung.

Das Naturschutzgebiet „Werbiger Heide“ bei Verlorenwasser im Naturpark Hoher Fläming ist auf zehn Hektar weitgehend zugewachsen. Allerdings wurde der Kiefernaufwuchs im letzten Winter entfernt. Auf den verbleibenden zehn Hektar des Schutzgebiets rückten die Naturschützer bereits vor einigen Jahren dem Baumbewuchs zu Leibe. Jetzt ist dort das Heidekraut so überaltert, dass es abstirbt.

Das Flämmen ist ein seit Jahrzehnten erfolgreich angewandtes Verfahren, das auch der Bundesforst und Naturschutzstiftungen in Schutzgebieten Brandenburgs praktizieren. Die Naturparkverwaltung Hoher Fläming hatte mit der Firma RANA aus Halle ein Spezialunternehmen beauftragt. Zum Schutz der umliegenden Kiefernforste wurde ein breiter Waldbrandschutzstreifen angelegt. Feuerwehrleute begleiteten die Arbeiten.

 

 

 

 

Gebiet

  • Naturpark Hoher Fläming