Naturpark Hoher Fläming vermittelt Nisthilfen für Gebäudebrüter!

Die Naturparkverwaltung Hoher Fläming unterstützt im Jahr 2021 das Anbringen von Nisthilfen im Naturpark für die Gebäudebrüterarten Mauersegler, Rauch- und Mehlschwalbe und stellt 180 Nisthilfen bereit. Engagierte Privateigentümer, aber auch Vereine, Wohnungsbaugesellschaften, Schulen, Kirchen oder Gemeinden können bis 26. Oktober ihr Interesse der Naturparkverwaltung in Raben mitteilen.

Vögel, die Gebäude als Brutplatz wählen, nennt man Gebäudebrüter. Ihre ursprünglichen Brutplätze waren meist steile Felswände. Ähnliche Strukturen fanden sie in menschlichen Siedlungen. Daher sind sie dem Menschen als sogenannte Kulturfolger in die Dörfer und Städte gefolgt. Zu den Gebäudebrütern gehören beispielsweise Mehlschwalben, Hausrotschwänze, Mauersegler, Turmfalken und Dohlen. Durch Sanierungen und Baumaßnahmen an Gebäuden einerseits, mangelnder Akzeptanz und fehlendem Wissen über Alternativlösungen andererseits, werden die Brutquartiere sehr oft zerstört. Auch ein Mangel an geeignetem Baumaterial (Lehm) führt z.B. bei der Rauchschwalbe zu Bau-Engpässen. Die Folge ist ein dramatischer Rückgang der Populationen von Mauerseglern, Mehlschwalben und Co.

Die Naturparkverwaltung Hoher Fläming sucht interessierte „Vermietern*innen“, die diesem Wohnraummangel entgegenwirken möchten. Die Nisthilfen sollen im Naturparkgebiet im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung  kostenfrei an Gebäudeeigentümer*innen vermittelt werden.

Ein begleitendes Seminar wird die neuen Vermieter*innen fachlich auf die unterschiedlichen Ansprüche der tierischen Bewohner vorbereiten. Denn nur unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Vorlieben und Gewohnheiten der Vogelarten kann die Vermietung auch erfolgreich sein.

 

Interessierte Gebäudeeigentümer*innen, die das Projekt unterstützen und Nisthilfen an ihren Gebäuden anbringen möchten, melden sich bis zum 26. Oktober 2021 bei der Naturparkverwaltung Hoher Fläming unter folgendem Kontakt:

Andrea Künnemann

Andrea.Kuennemann(at)lfu.brandenburg(dot)de

Telefon: 033848/900013

 

Checkliste zur Eignung der Gebäude für Nisthilfen

Grundlegendes:

  • Gibt es in der Umgebung der Gebäude / in der Ortschaft bereits Schwalben oder Mauersegler? Grundsätzlich ist dann die Ansiedlung immer leichter.

  • Bei der Wahl des Standortes für die Nisthilfe sollte generell auf eine ausreichende Entfernung zu potenziellen Stör- und Gefahrenquellen, wie bspw. die Nähe zu Mauervorsprünge, Fensterbretter etc. geachtet werden, um zu verhindern, dass Katzen oder Waschbären die Vögel erreichen.

 

 RAUCHSCHWALBE Artspezifisches:

-Nisthilfe:

-Aufhängeplatz:

  • im Inneren von Gebäuden aller Art (Hausgängen, in Tierstallungen, Scheunen, Schuppen etc.)

  • auf freien Einflug durch Türen und Luken achten

  • Aufhängehöhe: Abstand der Nestoberkante zur Decke mindestens 6 cm

  • mögen keine direkten Nachbarn: Nester sollten mindesten 5m auseinanderliegen

  • nicht direkt im Zug anbringen

-Brut:

  • Eiablage Ende April bis Mitte Juli

  • regelmäßig zwei, ausnahmsweise drei Jahresbruten

-Links mit weiteren Infos zur Art:

NABU

Landesbund für Vogelschutz

 

MEHLSCHWALBE Artspezifisches:

-Nisthilfe:

  • Beispiel Nisthilfe

  • Doppelnest plus Kotbrett und Befestigungsmaterial

  • geschlossener Napf mit Einflugloch oben

-Aufhängeplatz:

  • gesellige Tiere, brüten gern in Kolonien: das Anbringen mehrerer Nisthilfen nebeneinander sehr sinnvoll

  • bevorzugen Außenbereiche der Gebäude, die wettergeschützt unter einem Dachvorsprung oder unter einem Torhaus liegen

  • wetterabgewandte Seite

  • Mindesthöhe 2m

-Besiedlungs- und Brutzeit:

  • von Mitte/Ende April bis Mitte/Ende September

  • Eiablage Anfang/Mitte Mai bis August

  • ein bis zwei Bruten pro Jahr

-Links mit weiteren Infos zur Art:

NABU

Landesbund für Vogelschutz

 

MAUERSEGLER Artspezifisches:

-Nistkasten:

-Aufhängeplatz:

  • gesellige Tiere, brüten gern in Kolonien: das Anbringen mehrerer Nisthilfen nebeneinander sehr sinnvoll

  • Mindesthöhe unter dem Einflugloch 5m über den Erdboden oder vorspringende Gebäudeteile (größere Höhen sind jederzeit möglich)

  • es dürfen keine Vorsprünge, Dachteile, Rohre etc. unterhalb des Einfluges vorhanden sein, da der Mauersegler sehr steil an- und abfliegt: Unter dem Einflug soll es also direkt und frei nach unten gehen 

  • ideale Ausrichtung der Kästen nach Osten, Nordosten oder Norden, damit die Sonneneinstrahlung im Sommer nicht zu hoch ist und die Temperaturen im Kasten erträglich bleiben 

  • an Außenfassaden von Wohnhäusern, Industriebauten, Kirchen, Straßenbauwerken, Mauern oder auch Felswänden

-Vorkommen im Hohen Fläming:

  • Bad Belzig, Ziesar, Görzke, Wiesenburg, Reetz, Schmerwitz, Niemegk und Brück (von der Naturwacht Hoher Fläming beobachtet)

-Brutzeit:

  • Brutbeginn ab etwa Mitte Mai, Brutende ab Mitte bis Ende Juli

  • es gibt nur eine Jahresbrut

-Links mit weiteren Infos zur Art:

NABU

Landesbund für Vogelschutz

 

*Das Projekt wird unterstützt von der Naturwacht Hoher Fläming - Naturschutzfonds Brandenburg

 

 

Gebiet

  • Naturpark Hoher Fläming

Meldung vom 07.10.2021